Es gibt nichts Schöneres als Vertrauen zu gewinnen.

— Dr. Horst Prünte

„Harmonie. Mitgefühl. Aufmerksamkeit. – Wer Horst Prünte zuhört, der denkt nicht an Karies, an das schrille Bohrergeräusch oder an die Angst vor der Spritze. Für den erfahrenen Zahnarzt sind diese Dinge auch nicht bestimmend für seinen Beruf: ,Wenn man ein Kind behandelt und es streichelt einem danach über das Gesicht. Es gibt nichts Schöneres, als Vertrauen zu gewinnen.“

So ein Zitat aus der Tageszeitung „Hellweger Anzeiger“ zum Jubiläum „45 Jahre Zahnarzt-Praxis Dr. Horst Prünte“, der seine erste Praxis am 16. Juli 1963 an der Bergischen Straße 18 in Unna unweit der heutigen AOK eröffnete. „Nahe am Bahnhof und auf dem Weg vieler Arbeiter zum Messingwerk“, begründet der Mediziner seine damals umstrittene Standortwahl. Eine eigenwillige, aber sehr richtige Entscheidung. So wie auch jene gegen den Berufswunsch seiner Eltern, nicht Zahnarzt, sondern Steiger zu werden. „Das ist ein Hungerberuf“, habe man seinerzeit gesagt, aber „ich wollte was mit den Händen tun und helfen“. Auch wenn der Hungerlohn schneller als befürchtet real spürbar wurde: „800 Mark Gehalt, zwei Kinder und das dritte unterwegs…“ Die Lösung: „Der Kostenvoranschlag für die Praxis-Erstausstattung belief sich auf 32.000 DM, ich beantragte 35.000 DM bei der Bank und hatte damit 3.000 DM für die Familie.“

Den „Funken zur heiligen Apollonia“, der Schutzheiligen der Zahnärzte, verspürte Horst Prünte bereits als „Pennäler“, als ihn vor seinem Abitur arge Zahnschmerzen plagten und er von einer Assistentin davon befreit wurde: „Da habe ich gedacht, das wird dein Beruf.“

Ganz offensichtlich aus einer starken Berufung, die immer wieder Triebfeder für ihn selbst, für seine Angestellten und für gemeinsame Veränderungen war. Nach fünf Jahren zog er mit einer Helferin und einer „Azubine“ bewusst zum Bergpfad und nicht näher ins Stadtzentrum: „Hier gab es Parkplätze und so kamen Gutbetuchte mit ihrem Auto…“. Mehr Patienten, mehr Arbeit, mehr Zahnmediziner, mehr Assistentinnen… Schon bald zählte sein Team zehn, später 30 und schlussendlich sogar 50 Menschen im Dienste der Zahnheilkunde. Was blieb, waren seine Grundsätze: „Für Fortbildung habe ich immer gern bezahlt, und Ziel war immer eine Wohlfühl-Praxis. Sowohl für Patienten als auch für das Personal.“

Mit 68 Jahren wurde Dr. Horst Prünte mit Erreichen der Altersgrenze die kassenärztliche Zulassung entzogen.Fortan behandelte er Privatpatienten. Derweil Dirk, einer seiner drei Söhne, 1990 als Doktor der Zahnheilkunde die Praxis übernahm: „Schon als er klein war und ich zu Notfällen ´raus musste, kam er oft mit und hat mir geholfen.“ Und ganz nebenbei die Werte seines Vaters und die Philosophie der Praxis Prünte kennen und schätzen gelernt und diese auch mit seinen Partnern für den heutigen „Z-Point“ in Unna und den in Menden übernommen hat.